| Nicht nur weil die Ninja, Aufträge für ihre Herren ausführten, sondern auch um mit der Natur umgehen und mit den täglichen Schwierigkeiten fertig zu werden, lernten die Ninja eine Fülle von Fertigkeiten. Natürlich gab es für bestimmte Aufträge Spezialisten, die sich manchmal sogar jahrelang auf einen Auftrag vorbereiteten, aber eine Standart-Auswahl an achtzehn Fertigkeiten bildeten die Fertigkeiten-Basis eines jeden Ninja. So trainierten sie in den frühen Jahren intensiv das "Shinobi no Juhachi Jutsu" oder "Shinobi no Juhapan" , die achtzehn Künste der Ninja, um diese zu meistern und um sich in ihnen zu vervollkommnen. Im folgenden werden diese achtzehn Künste vorgestellt:
1. Seishin Teki Kyoyo (Spirituelle Meditationstechniken) Die Ninja wurden auch "Kriegs-Philosophen" genannt. Denn um mit der Natur und den Menschen in Einklang zu leben, musste der Ninja eine tiefgreifende Erkenntnis über sich erlangen. Er versuchte, seine persönlichen Schwächen, Stärken und Kräfte zu erkennen damit er besser auf Einflüsse von Außen reagieren konnte. Das bedeutete für ihn geistiges Training genauso wie die Beschäftigung auch mit immateriellen Dingen des menschlichen Lebens. 2. Tai Jutsu (Die Kunst der unbewaffneten Selbstverteidigung) Die Bereiche die sich unter dem körperlichen Teil der Selbstverteidigung befinden, sind das: a) Taihenjutsu (Bewegungsformen des Ninjutsu = Basis-Stellungsformen, Fallübungen und Ausweichsformen) b) Dakentai Jutsu (Schlag-Block- und Tritttechniken) c) Jutai Jutsu (Hebel-Techniken, Wurf-, Befreiungs, Festlege- und Würge-Techniken) 3. Ken Jutsu (Der Umgang mit dem Ninja-Schwert) Jeder Ninja erlernte den Umgang mit dem Ninja-Schwert, welches jedoch gerade und kürzer als das der Samuarai war. Bei dem Umgang mit dem Schwert schulte sich der Ninja weiter in zwei verschiedenen Bereichen. Einmal dem "Iai Jutsu", welches dass schnelle Ziehen des Schwertes mit der Möglichkeit zum Schneiden des Gegners bietet, zum Anderen das eigentliches Ken Justu, wobei hierbei hauptsächlich Techniken gegen bewaffnete oder Angreifer mit Rüstung erlernt wurden. Durch die breitgefächerte Schulung der Ninja in verschiedenen Künsten, waren die Ninja einem spezialisiertem Samurai im direkten Schwertkampf oft unterlegen. Diese nur scheinbare Unterlegenheit, glichen die Ninja jedoch perfekt mit verschiedenen anderen geheimen Fertigkeiten und Werkzeugen aus, die sie für solche Situationen vorbereitet hatten. 4. Bo Jutsu (Die Kunst der Kurz- und Langstocktechniken) Obwohl der Begriff allgemein einen Stock bedeutet, so meint man in den Kampfkünsten meistens einen Stock mit der Länge von ca. 180cm. Diesen nennt man auch "Rokushakubo". Neben diesem lernten die Ninja jedoch Bo Jutsu auch mit verschiedenen anderen Stocklängen; z.B. der "Hanbo" (Kurzstock) der ca. 90cm lang ist oder "Shishin Bo" der ca. 20cm lang ist. 5. Shuriken Jutsu (Die Kunst des Klingenwerfens) Die Ninja unterschieden bei der Kunst des Klingenwerfens zwei Arten an Shuriken: a) flache Shuriken auch "Hira Shuriken" genannt b) Längliche Shuriken auch "Bo Shuriken" genannt. Von beiden gab es unzählige Varianten und die Ninja perfektionierten ihre Herstellung, die Material- und Formauswahl, sodass beide Arten durch gute Balance und Zielgenauigkeit beim Flug zu einem tödlichen Geschoss wurden. 6. Yari Jutsu (Die Kunst des Speerkampfes) Auf dem Schlachtfeld und in der mittleren Entfernung zum Gegner gebrauchte der Ninja einen Speer oder eine Lanze für den Kampf. Auch hier gab es die verschiedensten Ausführungen. So unterschieden sich die Speere in der Länge und der Klingenform. Die Ninja aus der Togakure-Schule z.B. benutzten einen Speer, der am unteren Ende der Klinge zwei gebogene Haken besaß. Mit diesen Haken, konnte der Ninja die Klinge eines Gegners festhalten, blockieren oder dem Gegner direkt damit Schaden zufügen. 7. Naginata Jutsu (Die Kunst mit der Hellebarde umzugehen) Diese Waffe ist ca. 2-3 m lang wurde deswegen meist gegen berittene Kämpfer eingesetzt. Die klassische Naginata ist eine Art Kombination aus Schwert, Speer und Streitaxt und wurde deswegen von den Ninja benutzt um Naginata-, Bo- und Yari-Techniken auszuführen. Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von Naginata-Arten. Sie unterscheiden sich Länge und Form des Stabes und der Klinge. Durch ihr hohes Gewicht, kann man die Waffe nicht alleine durch Körpergewicht führen, sondern man muss das "Taihen Jutsu" perfekt beherrschen. 8. Kusarigama Jutsu (Die Kunst des Umgang mit Kette und Sichel) Bei dieser Waffe handelt es sich um eine Kombination aus Sichelwaffe und einer Kette, die am Griff der Sichelbefestigt ist. Im Gegensatz zu den Samurai, die diese Waffe als unfair betrachteten und daher ihren Gebrauch oft ablehnten, verwendeten die Ninja diese Waffe bevorzugt. Denn durch die Länge der Kette, die nicht selten 3m lang war, konnte man auch weiter entfernte Gegner sehr gut angreifen und mit Hilfe der Kette seine Waffe einwickeln oder blocken. Mit der Sichel wurde dann der Kampf beendet. 9. Kayaku Jutsu (Die Kunst des Umgangs mit Feuer und Sprengstoffen) Die Ninja erlernten ebenfalls den Umgang mit allen möglichen Explosivstoffen, die auf ihren Einsätzen immer wieder hilfreich waren. Sie erlernten nicht nur die benötigten Materialien, sondern auch die Herstellung und den besten Einsatzort für Sprengstoff, um die größtmögliche Wirkung in der jeweiligen Mission zu erreichen. So wurde durch den Einsatz von Feuer oder Sprengstoff der Gegner abgelenkt, verwirrt oder sein Lager zerstört. Als durch die Portugiesen die Schusswaffen in Japan eingeführt wurden, nahmen die Ninja im Gegensatz zu den Samurai, diese sehr wirkungsvolle Waffenkategorie ebenfall in Ihr Arsenal auf. 10. Henso Jutsu (Die Kunst der Verkleidung) Die geheimen Spionage-Aufträge der Ninja erforderten das Beherrschen des Sich-Verkleidens. Für manche Aufträge bereiten sich die Ninja jahrelang vor, um die notwendigen Hintergrund-Infos zu beschaffen. Sollte ein Ninja sich beispielsweise für eine andere Person ausgeben, bedeutete dass für den Ninja, wichtige private und berufliche Informationen über diese Person zu beschaffen. Lebte diese Person auch noch in einer entfernteren Stadt oder einen entfernteren Gebiet, so brauchte der Ninja auch Informationen über die dortige Ortsprache, den Dialekt und die Infrastruktur. Beliebte Verkleidungen (meinte damals auch den Beruf): - Akindo: Händler - Komuso: Wanderpriester - Yamabushi: Kriegerischer Bergpriester - Hokashi: Musiker - Sarugaku: Unterhaltungs-Künstler - Shukke: Buddhistischer Mönch - Ronin: Herrenloser Samurai 11. Shinobi Iri (An- und Einschleichtechniken) Effiziente Fortbewegungstechniken, besonders die lautlosen waren extentiell für jeden Ninja. Heimlichkeit, ein oberes Ziel besonderer Aufträge machte es nötig in der Natur, in Städten und Häusern, über spezielle Geh- und Laufmethoden für die Überbrückung großer oder hoher Entfernungen zu verfügen. Steile Wände, Knarrende Dielen, bewachte Räume oder Plätze waren kein Hinderniss für die geübten Ninja, die sich den Ruf des unsichtbareren Gegners, im Laufe der Zeit verdienten. 12. Ba Jutsu (Die Kunst des Umgangs mit Pferden; Reittechniken) Ninja lernten nicht nur Pferde als Fortbewegungsmittel zu nutzen, sondern sie schulten sich auch im berittenen Kampf. Zu BaJutsu gehörte jedoch auch der allgemeine Umgang mit Pferden, ihre Aufzucht und Haltung. 13. Sui Ren (Wassertraining) Der Ninja machte das Element Wasser sein eigen. Er lernte darin zu schwimmen, sich lautlos darin zu bewegen und es zu überqueren. Dazu entwickelte er entwickelte er spezielle Luftkissen-Polster und Klappboote mit denen er sich als auch Gepäck schnell und unbeschadet über Wasserhindernisse transportieren konnte. Darüberhinaus lernte er Über- und Unterwasser-Kampftechniken. Dem Ninja wurde nachgesagt er könne "über Wasser laufen". 14. Bo Ryaku (Kriegsstrategien und Taktiken) Unkonventionelle Taktiken von Täuschung und Kampf, politische Handlungen und günstiges Timing von Tagesereignisse wurden von den Ninja benutzt. Ein Ninja war in der Lage, anderen seinen Willen aufzuzwingen, ohne daß diese es selbst bemerkten. Durch seine Aktivitäten lenkte er die Handlungsweise des Gegners in die gewünschte Richtung. 15. Cho Ho (Spionagetechniken) Methoden der erfolgreichen Spionage wurden vervollkommnet. Dies beinhaltete Wege, um Spione zu finden und zu rekrutieren und als Führer die benutzten Agenten wirkungsvoll einzusetzen. 16. Inton Jutsu (Die Kunst des Tarnens und Flüchtens Ninja waren erfahrene Meister im Gebrauch der Natur um ihre Flucht zu decken, dies ermöglichte es ihnen, nach Belieben zu "verschwinden". Das Goton-po (fünf Elemente der Flucht) basierte auf dem Arbeiten und der Vertrautheit mit der schöpferischen Benutzung von Erde -, Wasser-, Feuer-, Metall- und Holzaspekten von Natur und Umwelt. 17. Ten Mon (Meteorologie) Vorhersagen des Wetters und jahreszeitlicher Phänomenen und deren Einsatz zum eigenen Vorteil war ein wichtiger Bestandteil von Kampftaktiken. Ninja waren geübt, auf all die subtilen Zeichen der Umgebung zu achten, um Wetterbedingungen zu prophezeien.
18. Chi Mon (Geographie) Wissen und erfolgreiches Benutzen der Besonderheiten des Geländes waren entscheidende Fähigkeiten in der historischen Kunst des Ninjutsu. |
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